Schmeckt & wirkt: Wacholder als Baum des Jahres

9.11.2017

Als lebende Hausapotheke war er in der Vergangenheit fixer Bestandteil jedes Kräutergartens: der Wacholder. Er ist Heilmittel, Zierpflanze und Zutat bei traditionellen Gerichten. Höchste Zeit, diesen vielseitigen „Baum des Jahres 2017“ genauer unter die Lupe zu nehmen.

Kranewitt, Juniper, Machangel … der Wacholder ist unter vielen Namen bekannt. Die rund 50 bis 70 verschiedenen Arten dieses anpassungsfähigen und anspruchslosen Nadelbaums gedeihen bis in die entlegensten Gebiete der Nord-Halbkugel. Zum Glück, denn seine Wirkkräfte sind vielfältig und verschaffen Linderung bei Beschwerden von A wie Atemwegserkrankungen bis Z wie Zahnfleischentzündung.

Vielfältige Wirkung

Ob Beeren, Triebe, Nadeln, Rinde oder Holz kann beinahe jeder Bestandteil dieses Baums bei der Linderung von Erkrankungen eingesetzt werden. Die bitter-süßen Beeren werden gerne als Tee verwendet, um so die Verdauung sowie den gesamten Stoffwechsel zu fördern. Das natürliche Heißgetränk unterstützt zudem bei Sodbrennen oder Frauenbeschwerden. Seine entgiftende, antibakterielle, blutbildende und leicht schmerzstillende Wirkung hilft weiters gegen Migräne, nervöse Herzbeschwerden und Konzentrationsschwäche. Die Beeren sind auch beim ätherischen Öl die Hauptzutat: Wenn dieses äußerlich verdünnt auf die betroffene Körperregion aufgetragen wird, lindert es Gelenkbeschwerden, Nervenschmerzen, Hexenschuss sowie Ischias. Ähnlich bei der Tinktur aus Wacholder-Beeren: Mit ihr können schmerzende Stellen bei Rheuma oder Gicht eingerieben werden. Zudem entlastet sie den Magen nach schweren Mahlzeiten – das allerdings nur bei „innerer“ Anwendung ...

Idealer Bade-Zusatz

Werden die Triebspitzen oder Nadeln des Wacholders abgekocht, eignen sie sich auch für erholsame Fußbäder, um die Durchblutung zu fördern und Stauungen zu beheben. Die schleimlösende Wirkung des Wacholder-Öls entfaltet sich idealerweise als Zusatz von Dampfbädern, die gegen Bronchitis, infektiöse Lungenerkrankungen und entzündete Atemwege helfen. Das Multitalent fühlt sich auch in der Küche wohl: Bekannt sind die Wacholder-Beeren als Gewürz bei Sauerkraut, Fleisch- und Fischgerichten, aber auch in der Hausbar findet sich das eine oder andere hochprozentige Wacholder-Produkt – wie etwa der Gin.

Rezept Wacholdertee

1 Teelöffel frische Wacholder-Beeren zerdrücken und mit 250 ml siedendem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen, danach absieben.

Rezept Wacholder-Tinktur

100 g Wacholder-Beeren zerdrücken und mit 250 ml Alkohol (ca. 50 %) übergießen, sodass die Beeren bedeckt sind. 14 Tage ziehen lassen, dabei mehrmals schütteln, danach abfiltern und umfüllen.

 
Sämtliche Inhalte dieser Rubrik werden gewissenhaft recherchiert – es kann aber keine Haftung übernommen werden bzw. ersetzen diese Infos nicht den Besuch eines Arztes.