Die Pappel als grünes Aspirin

19. Juli 2018

Hildegard von Bingen, die antiken Griechen und Bienen zählen aus gutem Grund zu ihren Fans: Die Pappel hilft bei Entzündungen, Erkältungen sowie zahlreichen anderen Beschwerden und ist „Baum des Jahres 2018“.

Der Wind rauscht durch die Bäume und bringt die Pappelblätter zum Tanzen – diese charakteristische Eigenschaft brachte der Espe auch den Namen „Zitterpappel“ und uns die Redewendung „zittern wie Espenlaub“. Doch das ist natürlich nicht alles, was der Baum des Jahres 2018 kann: Sein weiches Holz findet man bei Zündhölzern, als Kern von Snowboards, bei Obstkisten und anderen Verpackungen wie etwa den Behältern für Camembert. Und auch für den Korpus von Musikinstrumenten wird die Pappel gerne verwendet.

Hilft bei Entzündungen

Ihren Beinamen „grünes Aspirin“ verdankt die Pappel dem Inhaltsstoff Salicin, der als Vorläufer des bekannten Medikaments gilt. Was der Baum hier eigentlich als Fraßschutz gegen Insekten produziert, wirkt beim Menschen entzündungshemmend. Darüber hinaus gelten Pappelpräparate als schmerzstillend, antibakteriell sowie wundheilfördernd – das wussten schon Naturvölker, die antiken Griechen und Hildegard von Bingen.

Für die Herstellung von Propolis verwenden Bienen den Schutzüberzug von Pappelknospen. Aus diesem Grund wirkt auch dieses antibiotisch. Stichwort Zutaten: Ob Blätter, Knospen, Zweige oder Rinde – die Pappel unterstützt bei der äußeren Anwendung mit Salben oder Tinkturen gegen Verbrennungen, Juckreiz, Gelenkschwellungen oder Rheuma. Eingenommen als Tee lindert sie Erkältungen, Blasenentzündungen, Grippe und Durchfall.

Am bekanntesten ist der „Käsepappeltee“, der – anders als der Name vermutet – jedoch zu den Malven-Gewächsen gehört:  Er hilft gegen Entzündungen im Mund- & Rachenraum, im Magen- & Darmbereich sowie gegen trockenen Reizhusten. Bei der Einnahme ist jedoch auch Vorsicht geboten, denn das Mittel kann die Wirkung anderer Arzneimittel beeinflussen.

Ideale Erntezeit

Wer Tee, Öl, Tinktur oder Salbe selbst zubereiten möchte, sammelt die Zutaten der Pappel am besten im Frühjahr. Kulinarischer Tipp: In einen Smoothie gemixt, geben Pappelblätter eine pfeffrige Note.

Die Pappel gilt auch als „grünes Aspirin“. Sie enthält den Wirkstoff Salicin, ist jedoch wesentlich magenfreundlicher als das Medikament.

Rezept Pappelsalbe:


  1. In einem Glas 30 ml Pappelöl mit 2 g Bienenwachs vermischen, danach in ein Wasserbad stellen.
  2. Warten bis das Wachs aufgelöst ist, herausnehmen und auf Handwärme abkühlen lassen.
  3. In die noch flüssige Mischung 3 Notfalltropfen mischen. Abfüllen, abkühlen lassen & verschließen.

 

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