"Yggdrasil": die Esche als Weltenbaum

16. Mai 2018

Ob für Handwerker oder Heilpraktiker – die Esche hat seit Jahrtausenden vielerlei Funktionen: Ihr Holz wurde bereits in der Steinzeit für Werkzeugstiele verwendet und die heilsame Wirkung ist mit ihrem Beinamen "Wundbaum" belegt ...

Derzeit ist die Esche in den Medien omnipräsent, denn ihre Bestände werden in Europa durch einen aggressiven Pilz bedroht. Doch über diesen besonderen Laubbaum gibt es auch Positives zu berichten: Die Esche wirft ihre Blätter beispielsweise als einzige heimische Baumart noch im grünen Zustand ab. Das macht sie zum idealen Viehfutter für Wald- und Nutztiere. Auf Bauernhöfen werden ihre Blätter deshalb im Winter auch als "Laubheu" geschätzt.

Hilft bei Infekten & Gicht

Den Beinamen "Wundbaum" verdankt die Esche ihrem frischen Rindenbast: Wird dieser nämlich als Bandage aufgelegt, unterstützt er die Heilung von Verletzungen. Aber dieser Baum hat noch weit mehr Superkräfte: Blätter, Samen, Früchte und Rinde gelten unter anderem als schweißtreibend, harnbildend, entzündungshemmend und schmerzmildernd.

Eingenommen als Tee oder Extrakt wird die Esche gerne bei Blasen- oder Harnwegsinfekten, Verstopfung, Ödemen oder zur Entgiftung von Leber und Galle eingesetzt. Zudem wirkt der Tee fiebersenkend. Äußerlich als Tinktur oder Salbe aufgetragen, unterstützt die Esche bei Geschwüren, Rheuma und Gicht. Auch im Regal von Apotheken und Drogerien darf dieser Baum nicht fehlen, schließlich liefert er beinahe für jedes Leiden ein passendes Mittel: Hier finden sich Esche-Präparate, die den Blutzuckerspiegel oder Bluthochdruck senken, die Herzfunktion stärken, gegen Blähungen oder Appetitlosigkeit helfen sowie – passend  zur Fastenzeit – bei Reduktionsdiäten unterstützen. Und in der Homöopathie kennt man die positive Wirkung ebenfalls: Wurzel und Rinde der Weiß-Esche werden bei der Behandlung von Frauenleiden eingesetzt.

In der germanischen Mythologie spielt die Esche eine wichtige Rolle: Als Weltbaum "Yggdrasil“ ist die Mitte des Universums und verbindet Himmel, Erde und Unterwelt.

Ideale Erntezeit

Wer Tee & Co lieber selbst zubereitet, der sollte die Rinde der Esche-Zweige im April und die Blätter im Juni sammeln. Dabei kann man auch gleich beobachten, ob der kommende Sommer sonnig wird – zumindest dieser alten Bauernregel zufolge: "Grünt die Esche vor der Eiche, bringt der Sommer große Bleiche."

Rezept Tee

2 TL getrocknete Blätter mit 250 ml Wasser ansetzen & kochen. Dann 3 Minuten ziehen lassen & absieben.

Rezept Auflage

3 Handvoll frische Blätter mit 500 ml Wasser für 5 Minuten aufkochen, absieben und die warmen Blätter auflegen.

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